
In diesem Newsletter will ich über „Heilung“ sprechen.
Am Sonntag war ich mit meinen zwei Kindern und meiner Frau auf der Rigi. Mein kleiner Sohn ist gerade fünf Jahre alt geworden und sehr stolz auf seine neuen Wanderschuhe. Wir sind dort ein wenig gewandert. Im Hotel Rigi Kulm, wo ich Seminare mache, wollte er ein Eis essen. Beim Eisessen hat mich mein älterer Sohn zum zweiten Mal gefragt, ob das Hotel rollstuhlgerecht sei. Weniger als 30 Sekunden nach seiner Frage kam einige Meter von unserem Tisch entfernt eine kleine Gruppe von Rollstuhlfahrern aus dem Aufzug und machte es sich an einem Tisch, unweit von uns, bequem.
Dann erzählte mir meine Frau, sie habe seit Wochen ähnliche Gedanken wie mein Sohn und fragte mich, ob ich bereit wäre, ein Seminar mit Rollstuhlfahrern zu machen. Ich erwiderte, „nur wenn mindestens einige der Rollstuhlfahrer nach dem Seminar laufen können“.
Das wäre nicht wirklich neu für mich. Ich hatte vor Jahren für eine Weile einen Rollstuhlfahrer in meinen Seminaren. Innerhalb der Seminare konnte er immer wieder laufen. Ausserhalb konnte er es nicht.
Warum?
Er hatte im Seminar immer wieder die gleiche tiefe Erkenntnis über sein Leben. Wo er die Erkenntnis total annahm, konnte er laufen. Er ging aber nach Hause und lebte die Erkenntnis nicht. Folglich konnte er nicht laufen. Sein Körper zeigte ihm alles. Er wollte es jedoch nicht sehen.
Solche Erfahrungen habe ich häufig gemacht. Eine junge Frau, die im Endstadium Brustkrebs hatte, kam zu mir in ein Seminar. Ihr Arzt war erstaunt, denn er konnte, nachdem sie nach dem Seminar zur Untersuchung zu ihm ging, keinen Krebs mehr diagnostizieren. Allerdings ging es anschiessend mit der jungen Frau immer wieder hin und her: Sie ging zurück in ihr altes Leben und der Krebs kam zurück. Danach kam sie wieder zu mir ins Seminar und der Krebs verschwand aufs Neue…
Was war mit ihr los? Sie erkannte etwas sehr Tiefes über ihr Leben und lebte es nur zum Teil. Sie war sehr gespalten über ihren Lebensweg und hatte zwei völlig verschiedene Ziele, die nicht miteinander kompatibel waren. Ein Ziel war der Weg ihrer Seele; das andere war der Weg ihres Anti-Selbst oder „Ego“.
Das Ego bekämpfte die Seele. Dies ist leider normal auf unserem Planeten. Letztendlich siegte ihr Anti-Selbst, und sie starb. Das hat mich zutiefst traurig gemacht.
Niemand kann einen anderen heilen. Zu denken, dass ich einen anderen heilen kann, ist ein Irrtum. Es gibt Erkenntnisse. Wenn Erkenntnisse der Seele erkannt und gelebt werden, entsteht Heilung.
Das Leben wird dann ganz. Das ist Heilung. Es ist in Wirklichkeit super einfach. Es ist kein Mysterium.
Manchmal gibt es volle „Heilung“ in extrem kurzer Zeit. Einmal kam ein Kind mit seinen Eltern zu mir zu einem Vortragsabend. Das Kind hatte vor ziemlich langer Zeit über Nacht aufgehört zu sprechen. Nach dem Vortragsabend sang das Kind auf dem Heimweg. Jahre danach, spricht es immer noch. Ich kenne viele solcher Lebensgeschichten.
Ich rede generell nicht über Heilung, weil Leute oft von mir Heilung erwarten, und ich sie nicht liefern kann. Ich kann nur eine Atmosphäre kreieren, in der Erkenntnis geschehen kann und in der die notwendigen kosmischen Energien vorhanden sind. Über den Rest habe ich keinen besonderen Einfluss.
Und da entsteht das Problem. Die Leute haben Erwartungen und Hoffnungen. Sie erwarten etwas von mir. Ich sage immer, „ich bin es nicht; Ihr seid es...“ Leider kommt dies aber nicht so häufig an.
Mit einem herzlichen Gruss,
Andrew Terker