wie sie über die quelle ihrer emotionen ihr leben verändern können
02.02.2012 - 06:48
Im letzten Text haben wir kurz untersucht, wie Emotionen entstehen: Sie sind das Ergebnis eines Gedankens. Wir haben auch gesehen, dass die Grundlage für alle Emotionen die Liebe ist.
In diesem Text werden wir uns tiefer mit der Erschaffung von Emotionen beschäftigen und sehen, wie wir unsere emotionalen Erfahrungen im Alltag verändern können.
Zu Beginn möchte ich Ihnen wieder eine Lebensgeschichte erzählen. Dieses Mal kommt die Geschichte nicht aus der Gegenwart, sondern beginnt am Ende des ersten Weltkrieges in Grossbritannien…
Der grosse Krieg ist nun vorbei. Dieser Krieg hat die britische Gesellschaft zutiefst verändert. Von den 5.397.000 Männern, welche die britischen Streitkräfte während des Krieges bildeten, wurden 1.663.000 verletzt und 703.000 starben. Der Mann von Cora Bateson war einer der Toten. Die junge Frau heiratete William während seines kurzen Fronturlaubs im Jahre 1917. Auch wenn sie nur eine einzige Nacht zusammen verbracht hatten, wurde Cora schwanger. Sie sah William nie wieder. Er starb während einer Gasattacke in den Schützengräben in Frankreich.
Jack Bateson wurde ein paar Monate vor dem Waffenstillstand, im November 1918, in eine eher düstere Zukunft hinein geboren. Seine Mutter Cora war Dienstmädchen in einem Haushalt in der Nähe von Richmond, North Yorkshire. Der Herr des Hauses, seine Lordschaft, billigte es nicht, eine alleinerziehende Mutter als Dienstmädchen zu haben. Deshalb bestand er darauf, dass Cora seinen Haushalt verliess, natürlich mit einer kleinen Abfindung. Die Haltung seiner Lordschaft hatte zur Folge, dass Cora und das noch ungeborene Kind in ein Leben von Armut hineingerieten.
Jack wuchs mit sehr harten Ansichten auf. Ein grosser Teil des „Rückrates“ von Jacks Persönlichkeit basierte auf der Haltung seiner Lordschaft gegenüber den unteren Klassen, insbesondere darauf, dass alleinerziehende Mütter nicht in den Haushalten der Oberschicht gesehen werden sollten.
So entstand der Hass von Jack auf die Oberschicht. Er machte jeden der Oberschicht persönlich für seine Kindheit in Armut und Not verantwortlich. Als Teenager begann Jack seinen Hass in die Handlung umzusetzen. Er wurde Boxer. Im Alter von 20 Jahren wurde er zum Profi. Er gewann ein paar Kämpfe in North Yorkshire. Seine Karriere war kurz und endete einige Monate später mit seinem ersten Kampf in London. Es war ein „Knockout“, und Jack blieb mehrere Stunden lang bewusstlos, bis er wieder zum sich kam.
Als Jack das Bewusstsein wiedererlangte, erkannte er, dass er nicht mehr professionell kämpfen konnte. Er entschied sich, in die Armee einzutreten. Das war 1939, und Jack war 21 Jahre alt. Der Krieg war gerade ausgebrochen. Jack wollte kämpfen. Er sah den Krieg als seine Chance, einen „echten“ Kampf zu führen. Leider erwies sich seine Karriere als Soldat kürzer als seine Zeit als Boxer.
Jack wurde niemals in seinem kurzen Leben glücklich. Sein Hass auf die Oberschicht beherrschte sein Leben und seine Gefühle. Er konnte keine Beziehung mit anderen Menschen aufbauen, egal ob männlich oder weiblich, denn Jack kämpfte mit jedem, der in seine Nähe kam. Es war ein unglückliches und einsames Leben, das im nächsten Krieg endete. Jack starb im gleichen Land wie sein Vater, den er nie kennengelernt hatte. Das war im Jahr 1940 in Frankreich, während des britischen Rückzuges aus Dünkirchen…
Was hat Jacks Leben mit unserem Thema „Wie Sie über die Quelle Ihrer Emotionen Ihr Leben verändern können“ zu tun? Viel, denn hier sehen wir, wie Emotionen gebildet werden. Jacks Hass auf die Oberschicht war die antreibende Kraft in seinem kurzen Leben. Sein Hass entstand durch einen einzigen Gedanken, nämlich dass alleinerziehende Mütter der unteren Klassen nicht in Haushalten der oberen Klassen arbeiten dürfen. Dieser Gedanke war noch nicht einmal Jacks Gedanke. Es stammte vom Arbeitgeber seiner Mutter, aus einer Zeit, bevor Jack geboren wurde. Aber Jack nahm diesen Gedanken auf und drehte ihn zu etwas noch einfacherem um: „Ich hasse die Oberschicht.“ Jacks Hass auf die Oberschicht war so stark, dass er zu einem unspezifischen Hass wurde. Der einfache Gedanke wurde dann noch einfacher: „Ich hasse der Welt“.
Gedanken und die Emotionen sind wie symbiotische Zwillinge: Man kann das eine nicht ohne das andere haben, und es ist ziemlich schwer, sie voneinander zu unterscheiden.
Jack starb vor langer Zeit. Es gibt nichts, was wir tun können, um ihm zu helfen. Aber es gibt etwas, was Sie tun können, um sich selbst zu helfen. Und Sie können von Jacks Leben lernen, falls das Ihr Wunsch ist.
Denn auch Ihr Leben wird von Emotionen beherrscht. Das Leben von fast jedem Menschen auf diesem Planeten wird von Emotionen beherrscht. Jack hätte sein Leben nicht mit Hass genährt, wenn jemand die Geduld gehabt und sich die Zeit genommen hätte, ihm zu erklären, wie Emotionen entstehen und wie man sie heilen kann.
Gerade jetzt nehme ich mir diese Zeit mit Ihnen. Sie sollten den Rest des Textes mit viel Aufmerksamkeit und Sorgfalt lesen.
In unserem letzten Text entdeckten wir zusammen, dass Emotionen das Ergebnis von Gedanken sind. Hier haben wir das Gleiche in Jacks Leben entdeckt. Wenn Jack dies erkannte hätte, wäre sein Leben möglicherweise viel glücklicher verlaufen. Und es hätte länger andauern können. Ohne den Hass wäre er sicherlich kein freiwilliger Soldat geworden. Er hätte wohl gewartet, bis er später in die Armee eingezogen worden wäre...
Wenn Jack erkannt hätte, dass die Quelle seines Hasses die Gedanken seiner Lordschaft waren, und zwar in verdrehter Form, hätte er den Hass als Lebensquelle nicht behalten.
Bitte nehmen Sie sich hier etwas Zeit...
Welche Emotionen beherrschen Ihr Leben? Was treibt Sie im Leben an? Wie sehen die Gedanken aus, welche die Emotionen in Ihrem Leben erschaffen?
Es wird erhebliche Geduld und Zeit brauchen, wenn Sie die Wahrheit entdecken wollen. Wenn Sie erwarten, durch das Lesen dieser Texte eine schnelle Lösung zu finden, sind Sie an der falschen Stelle. Denn solch eine schnelle Lösung gibt es nicht. Ich kann Ihnen nichts Derartiges anbieten. Ich bin kein Guru, der alles auf die Schnelle wieder richtet. Denn ich bin kein Guru. Ich bin einfach jemand mit etwas Wissen, bestimmten Fähigkeiten und speziellen Erfahrungen, genau wie auch Sie etwas Wissen, bestimmte Fähigkeiten und spezielle Erfahrungen haben. Wenn Ihnen mein Wissen, meine Fähigkeiten und meine Erfahrungen helfen können, werden wir beide glücklich. Mein Ziel ist es, Ihnen mit diesen Texten zu helfen.
Jetzt bitte ich Sie, Ihr eigenes Leben und die Emotionen, die es beherrschen, genauer zu untersuchen. Sind Sie mit diesen Emotionen zufrieden? Ermöglichen sie Ihnen, Ihr Leben so zu führen, wie Sie es haben wollen?
Wenn dies nicht der Fall ist, dann müssen Sie tiefer gehen. Sie müssen die Gedanken entdecken, welche die Grundlage für Ihre Emotionen bilden. Dies ist viel einfacher, als Sie vielleicht denken. Um diese Gefühle ständig zu erleben, müssen Sie auch die Gedanken, welche dafür verantwortlich sind, immerzu haben.
Gedanken und Emotionen sind tatsächlich eine Art symbiotischer Zwillinge. Sie sind untrennbar miteinander verbunden. Emotionen können ohne Gedanken nicht existieren.
Die Gedanken, respektive die Grundlage Ihrer Emotionen, sind eher bewusst für Sie. Sie kennen sie. Möglicherweise wollen Sie diese Gedanken sich selbst gegenüber jedoch nicht zugeben. Um tiefer zu gehen, müssen Sie daher geduldig mit sich selbst sein.
Wenn Ihnen die Gedanken bewusst sind, werden Sie erkennen, dass diese aus der Vergangenheit stammen. Sie müssen sich dann fragen, ob es ratsam ist, Gedanken aus der Vergangenheit als Antriebskraft für Ihr Leben zu wählen.
Ist dies nicht Ihr Wunsch, werden Sie sicherlich entscheiden, in die Gegenwart zu kommen und die Gedanken aus der Vergangenheit loszulassen.
Es gab nie wirklich einen guten Grund, dass Jack die Haltung seiner Lordschaft gegenüber den unteren Klassen verkörperte. Es war in Wirklichkeit Jacks Wahl. Allerdings hat Jack nie gewusst, dass es seine Wahl war. Er besass auch während seines Lebens niemals die Werkzeuge oder das Wissen, um diese Entdeckung machen.
Aber Sie haben jetzt das Wissen. Bitte wenden Sie es weise und gut an.
Im letzten Text haben wir zusammen entdeckt, dass die Grundlage für jede Emotion die Liebe ist. Sogar Jacks Hass hatte seinen Ursprung in der Liebe, so schwer es für Sie vielleicht zu verstehen sein mag. Der Hass, der Jack Bateson antrieb, war die Energie, die Jack verwendete, um in der Welt zu überleben. In sehr jungen Jahren entdeckte er, dass er, um zu überleben, diesen Hass pflegen konnte. Er konnte den Hass zu seinem Antriebsmotor machen. Auf diese Weise wurde er zunächst Boxer und später Soldat.
Diese Kraft war in der Tat zerstörerisch, aber sie hielt ihn am Leben während seiner kurzen Zeit auf dieser Erde. Der Antrieb zu leben ist ein starker Ausdruck von Selbstliebe.
Wenn Sie beginnen, Ihr Leben und Ihre Gefühle tiefer zu untersuchen, werden Sie feststellen, dass die Kräfte, die Ihr Leben antreiben, in ihrem tiefsten Wesen eine Form von Selbstliebe sind.
In den nächsten Texten werden wir dieses Wissen nutzen, um das, was Sie emotional in Ihrem Alltag erleben, in Liebe zu verwandeln. Bitte haben Sie etwas Geduld und nehmen Sie sich zuerst die notwendige Zeit für die Selbstfindung, so wie ich es hier beschreibe. Der Weg zur Selbstliebe wird früh genug kommen. Mit Ihrer Erlaubnis werde ich Sie in den nächsten Texten auf diesem Weg begleiten.
Andrew Terker
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