von gedanken zu emotionen: wie man die kontrolle über sein eigenes leben übernimmt

01.02.2012 - 05:04

Ich wage zu behaupten, dass Sie im Augenblick etwas erleben, das Sie emotional ziemlich berührt. Jedem geht es so. Das ist ganz normal. Jeder fühlt immer etwas, sei es Traurigkeit, Freude, Angst, Schmerz, Scham, Wut oder sogar Abscheu.

Wir Menschen haben Gefühle, und diese bestimmen gewöhnlich unseren Alltag. Sie sind die Art und Weise, wie wir unsere Welt und unser Leben erfahren.

Die meisten Leute denken, dass die Gefühle, die wir haben, in gewisser Weise das Ergebnis von unserem „Schicksal“ sind. Das heisst, dass wir in Wirklichkeit sehr wenig Kontrolle über unser Gefühlsleben haben. Die meisten Menschen haben mehr oder weniger das Gefühl, dass ihr emotionales Leben sie beherrscht, und nicht, dass sie ihr emotionales Leben beherrschen.

Nur, es ist umgekehrt. Wir entscheiden, welche Art von Emotionen wir haben. Wenn es Ihnen gelingt, die Bewusstheit darüber zu erlangen, wie die Emotionen entstehen, können Sie Ihre emotionalen Erfahrungen positiv verändern. Darum geht es in diesem Text.

Lassen Sie uns anhand eines Beispiels genauer anschauen, wie Emotionen entstehen.

Emily erleidet jedes Mal, wenn sie in der Öffentlichkeit sprechen muss, eine Panikattacke. Ihr grosses Problem ist, dass sie oft vor anderen Menschen sprechen muss. Emily versucht mit grösster Sorgfalt, ihre Emotionen unter Kontrolle zu halten, damit nichts aus dem Ruder gerät. Häufig jedoch misslingt ihr dies, denn Emily erlebt sich nicht als Kapitän ihres eigenen Schiffes.

Neulich musste sie wieder einmal eine Rede halten, und zwar vor der lokalen Maklervereinigung, deren Präsidentin sie ist. Doch plötzlich begannen ihre Hände heftig zu zittern. Emily versuchte verzweifelt, ihre Nerven zu beruhigen und ihre Hände unter Kontrolle zu bekommen, was jedoch nicht funktionierte. Ihr war das Ganze sehr peinlich.

Warum ist Emily immer so nervös, wenn sie sprechen muss?

Emily kann Ihnen sofort eine Antwort darauf geben, aber die Antwort hilft ihr nicht weiter.

Es begann in der Kindheit, als sich ihr Vater lustig über ihr Aussehen machte und behauptete, dass ihr jegliche Intelligenz fehle. Leider hielt Emilys Vater nicht viel von Frauen. Schon als kleines Mädchen hatte Emily sehr viel Angst vor anderen Menschen und ein intensives Problem mit ihrem Selbstbild. Als sie ins Erwachsenenalter kam, verschwanden Emilys Probleme nicht. Im Gegenteil, sie verschlimmerten sich. Im Alter von 16 Jahren „explodierte“ Emilys Haut. Sie erlitt eine schlimme Akne und sah sich selbst als die hässlichste Person auf dieser Welt. Innerhalb von zwei Jahren verschwand die Akne wieder und Emily entwickelte sich physisch zu einer ganz normalen (und sehr gut aussehenden) jungen Frau. Aber das war nicht Emilys emotionale Erfahrung.

Emily wurde extrem introvertiert. Niemand konnte sie wirklich kennen lernen. Sie war sehr schüchtern, besonders wenn es um Männer ging. Emily ging davon aus, sie würde immer, ein „hässliches Entlein“ bleiben. Dementsprechend korrigierte sie ihre beruflichen und persönlichen Ziele nach unten. Das Ergebnis war eine Reihe von erfolgslosen Beziehungen und zwei Ehen, die in Scheidung endeten.

Nachdem sie ihr Universitätsstudium nicht abschliessen konnte und eine ganze Reihe von diversen Arbeitsplätzen ausprobiert hatte, wurde sie irgendwann Grundstücksmaklerin. Später arbeitete sie sich auf ihrer „beruflichen Leiter“ weiter nach oben, bis sie ihre eigene Maklerfirma gründete und mehrere Mitarbeiter hatte. Im Alter von 47 Jahren wurde sie Präsidentin der Vereinigung.

Ganz egal, wie viel beruflichen Erfolg sie auch gehabt hätte, nichts davon hätte Emilys innerste Gefühle von Unvollkommenheit und tiefster Angst kompensieren können. Das Herzstück ihrer emotionalen Erfahrung in Bezug auf sich selbst und Ihre Umwelt war ihr zentrales Selbstkonzept: das „dumme hässliche Entlein“. Dieses Konzept entwickelte sich aus den Lebenserfahrungen ihrer Kindheit heraus.

Aber wie kann Emily ihre Erfahrungen ändern, so dass sie frei wird und Freude im Alltag erleben kann?

Ich empfehle Ihnen, die folgenden Worte sehr sorgfältig, eventuell sogar mehrmals, zu lesen. Denn wenn Sie diese wirklich verstehen, werden Sie Ihr Leben verändern können.

Ihre Konzepte basieren auf Ihren sehr spezifischen Lebenserfahrungen. Und Ihre Konzepte wiederum erzeugen Ihre Gedanken. Die Gedanken erzeugen Emotionen. Nicht umgekehrt, wie viele Menschen denken.

Ich wiederhole diese Worte, damit sie einsinken können: Ihre Emotionen entstehen durch Ihre Gedanken. Ihre Gedanken wiederum werden durch Ihre Konzepte kreiert. Ihre Konzepte entstehen durch Ihre eigenen sehr spezifischen Lebenserfahrungen.

Emilys Angst vor öffentlichen Reden wird durch mehrere Gedanken erzeugt, die sich ständig in Emilys Bewusstsein wiederholen. Hier sind die sehr einfachen Gedanken:

  • Du bist dumm.
  • Niemand mag Dich.
  • Du bist ein hässliches Entlein, und jeder denkt genau das.

Diese Gedanken erzeugen Emilys Emotionen: ihre Ängste, ihre zitternde Hände und vor allem ihre Panikattacken, wenn sie in der Öffentlichkeit sprechen muss. All diese Gedanken entstehen durch ihr persönliches Selbstkonzept, das aus ihrer Kindheit stammt.

Möglicherweise fühlen Sie sich jetzt innerlich ziemlich aufgewühlt, wenn Sie meine Worte lesen und deren Bedeutung verstehen. Denn das gibt Ihnen die Möglichkeit, Macht über Ihr eigenes Leben zu bekommen:

Wenn Sie Ihre Gedanken verändern, können Sie Ihre emotionale Realität im Alltag verändern. Wenn Sie Ihre emotionale Realität im Alltag verändern, können Sie wiederum Ihr Leben verändern. Und zwar tiefgreifend!

Vielleicht möchten Sie diese Worte nochmals lesen, um sie einsinken zu lassen.

Sie können tiefer gehen. Sie können in Ihr eigenes Selbstkonzept hineintauchen. Was denken Sie heimlich über sich selbst und warum? Fast jeder kennt diese Gedanken bewusst. Die meisten Menschen wollen einfach nicht zugeben, was sie über sich selbst denken. Sie verbringen ihr Leben auf der Flucht vor sich selbst: Es ist die Flucht vor dem, was sie wirklich über sich selbst denken. Sie versuchen, eine völlig andere und sehr illusorische Wirklichkeit herzustellen.

Emily ist nicht wirklich ein „hässliches Entlein“. Sie glaubt es nur aufgrund ihrer Kindheitserfahrungen. Emily ist, objektiv gesehen, nicht dumm. Ihre Überzeugungen sind Teil ihres Selbstkonzeptes, entstanden in ihrer Kindheit.

Emilys Überzeugungen darüber, wer sie ist, sind nicht wahr, ebensowenig wie die von Ihnen. Auch Ihre Überzeugungen in Bezug auf sich selbst sind in Ihrer Kindheit entstanden, genau wie die von Emily. Ihre Überzeugungen, die zu Ihrem heutigen Selbstkonzept gehören, kreieren Ihre Gedanken, die wiederum Ihre emotionalen Erfahrungen im Alltag erschaffen.

Falls Freude nicht Teil Ihrer emotionalen Erfahrungen im Alltag ist, fehlt Ihnen etwas sehr Wesentliches im Leben. Finden Sie heraus, was Sie über sich selbst denken und verändern Sie das.

Sie können Ihre Gedanken verändern.

Es ist Ihre Wahl, was Sie denken.

Ich wiederhole hier noch einmal: Was Sie denken, ist Ihre Wahl.

Ihre Gedanken erzeugen Ihre inneren Erfahrungen. Dadurch erschaffen Ihre Gedanken Ihr Leben.

Dies zu verstehen, ist keine „leichte Kost“. Und gleichzeitig ist es die Grundlage für die tiefsten und grösstmöglichen Veränderungen!

Emily braucht nicht zu denken, dass sie dumm sei, ein „hässliches Entlein“ oder niemand sie mag. Es ist Emilys Entscheidung, diese Gedanken zu haben. Auch Sie haben die Möglichkeit zu entscheiden, was Sie über sich selbst denken wollen. Auch Sie haben die Wahl.

Die Gedanken, die Sie über sich selbst in Ihrem täglichen Leben haben, sind eine Illusion. Sie entstanden aus Konzepten, die wiederum aus den Lebenserfahrungen in Ihrer frühen Kindheit hervorgehen. All diese Erfahrungen stammen aus der Vergangenheit. Es gibt keinen Grund, dass sie Ihr derzeitiges Leben bestimmen, es sei denn, Sie wünschen das.

Wenn Sie das verstehen, können Sie wirklich anfangen, die Kontrolle über Ihr Leben zu übernehmen. Sie können Ihr Leben aus einer viel neutraleren Perspektive heraus überprüfen und es dann aus der Perspektive der Gegenwart, und nicht der Vergangenheit, neu beginnen!

Es muss nicht sein, dass die Emotionen Sie beherrschen. Ihre Emotionen sind durch die Ereignisse aus der Vergangenheit entstanden. In diesem Sinne sind sie eine Illusion. Ich kann dies leicht beweisen.

Nehmen wir Emilys Angst vor öffentlichen Reden. Warum fürchtet sich Emily vor Menschen? Natürlich entstand die Angst in Emilys Kindheit und aufgrund der Erfahrungen mit ihrem Vater. Aber heute ist ihre Angst im wahrsten Sinne des Wortes ein Ausdruck von Selbstliebe. Wie kann das sein?

Emilys Angst vor öffentlichen Reden ist der Beweis für ihre Selbstliebe. Aus der Perspektive der Gegenwart ist die gesamte Grundlage ihrer Angst die Sicherstellung, dass sich Emily vor dem Publikum nicht zum Narren macht. Sie glaubt, dass sie die dabei entstehende Schande und den Schmerz nicht ertragen könnte. Folglich ist Emilys Angst ein Werkzeug, um sich vor einer peinlichen und schmerzhaften Erfahrung zu schützen. Und somit letztlich ein Ausdruck von Selbstliebe!

Die Grundlage aller Gefühle ist die Liebe. Wenn Sie das wissen und es zutiefst verinnerlicht haben, beherrschen die Emotionen nicht mehr Ihr Leben. Mit etwas Übung können Sie sich in eine Position bringen, in der Sie wählen, welche Emotionen Sie in Ihrem Alltag erleben.

An Ihrer Stelle würde ich die Liebe wählen. Denn die Liebe ist die ultimative Grundlage aller Emotionen. Was spricht gegen diese Wahl der ultimativen Realität? Sie ist bei weitem die beste Grundlage für alles im Leben!

Sollten Sie ein wenig Hilfe bei der Auflösung Ihres Selbstkonzepts aus der Vergangenheit benötigen, kann ich Sie möglicherweise dabei unterstützen.

Andrew Terker

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